Fragliches Empfehlungsmarketing: „Ich und mein Schuttcontainer“

Fragliches Empfehlungsmarketing: „Ich und mein Schuttcontainer“
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Fragliches Empfehlungsmarketing: „Ich und mein Schuttcontainer“

© Foto: Kurt Michel / pixelio.de

„Tue Gutes und rede darüber“ ist eine gern von Marketers empfohlene Strategie, um das eigene Image oder das der Firma ins rechte Licht zu rücken. Da Eigenlob in Deutschland als anrüchig gilt, ist es noch besser, wenn andere gut über einen reden. Kunden etwa, die völlig aus dem Häuschen sind, weil die Leistung genau dem entspricht, was sie bestellt haben. Ein unglaublicher Vorgang, fürwahr. Immer wieder beliebt sind Fotos von über alle Wangen strahlenden Kunden vor Autos, Häusern, Gärten – oder Schuttcontainern. Ja, in der Tat, vor Schuttcontainern. 

IDENTITÄTSSTIFTENDES MOMENTUM?

Das an sich ganz nützliche Portal Containerbestellung24 hat einen Fotowettbewerb ausgelobt, um Fotos von zufriedenen Kunden vor ihren Schuttcontainern für Marketingzwecke zu erhalten: Frau, Mann, Kinder plus Hund vor Schuttcontainer. „Ich und mein Schuttcontainer“, als identitätsstiftendes Momentum eines Bauherren oder gar einer Baudame. Die glücklichen Gewinner des Fotowettbewerbs erhalten ein Playmobil-Spielzeugset „Containerdienst“. Genau das, was in anstrengender Bauphase gebraucht wird. Das kracht. Das kesselt. Das bleibt im Gedächtnis haften …

ETWAS ZUM STAUNEN

Wir Kommunikationsfachleute staunen immer wieder darüber, auf was die Menschen in Sachen Mitteilungsbedürfnis so alles kommen. Übrigens auch darüber, dass der eingangs zitierte Spruch „Tue Gutes und rede darüber“ vor allem in Wirtschaftspublikationen so gern verwendet wird. Er stammt nämlich aus dem Mund von Walter Fisch, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Westdeutschland und Mitglied des Deutschen Bundestages von 1949 bis 1953. Interessantes Detail am Rande.

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