Mit ResearchGate für mehr Gründerwillen

Mit ResearchGate für mehr Gründerwillen
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Mit ResearchGate für mehr Gründerwillen

Über ein digitales Netzwerk die Zusammenarbeit unter Wissenschaftlern vereinfachen? Als Dr. Ijad Madisch diese Idee entwickelte, schien man in Deutschland für sein Vorhaben noch nicht offen zu sein. Vielmehr noch stieß er auf unverhohlene Skepsis. An seinem Vorhaben hat der studierte Mediziner dennoch festgehalten – und 2008 ResearchGate mit der Devise „Make your research visible“ gegründet. Mittlerweile ist dem Berliner Unternehmen mit Mitgliedern und Investitionen externer Geldgeber in Millionenhöhe der Durchbruch gelungen.

EIN DIGITALES NETZWERK FÜR WISSENSCHAFTLER? FIRLEFANZ!

Frage: Die Idee zu ResearchGate hatten Sie bereits zu Ihrer Studienzeit, stießen bei Ihren deutschen Professoren jedoch auf taube Ohren. Fehlt in Deutschland die amerikanische Gründungsmentalität?
Dr. Ijad Madisch:
Meiner Erfahrung nach ja. Ich habe einen Teil meines Medizin-Studiums in Harvard verbracht und dort erlebt, dass Forscher neben ihrer Arbeit im Labor auch Unternehmer sind und ihre Ideen vermarkten. Als ich nach meiner Rückkehr in Deutschland ResearchGate aufbauen wollte, sagte mein Professor nur: „Kriegen sie den Firlefanz aus dem Kopf.“

AUCH IN DEUTSCHLAND KANN MAN MIT INNOVATION ERFOLG HABEN

Wie haben Sie reagiert?
Madisch:
Daraufhin habe ich gekündigt, bin zurück nach Boston gegangen und habe neben einer Teilzeitstelle im Labor an ResearchGate gearbeitet. Ich bin der Meinung, dass man sich über den Mangel an Gründerwillen in Deutschland nicht beschweren, sondern etwas dagegen tun und sein eigenes Unternehmen gründen sollte. Deswegen wollte ich wieder zurück in die Heimat: Ich will beweisen, dass man auch hier mit einem innovativen Konzept Erfolg haben kann.

Können Sie den Mehrwert von ResearchGate für den User erläutern?
Madisch:
Auf ResearchGate schaffen wir eine Infrastruktur, durch die sich Forscher mit Kollegen austauschen und kollaborieren können. So gelangen sie schneller etwa zu Erkenntnissen für neue Behandlungen oder zu Lösungen für nachhaltige Energiegewinnung. Ohne digitale Vernetzung würden sie diejenigen, die ihnen bei ihren Fragestellungen helfen könnten, nicht so leicht erreichen.

MEHR EFFIZIENZ DURCH DIGITALE VERNETZUNG

Warum hat es im dynamischen Social Web nicht längst ein vergleichbares Netzwerk gegeben?
Madisch:
Das kann ich nicht sagen. Mit meinem Hintergrund der Computerwissenschaften und der Medizin wusste ich um die Ineffizienz in der Forschung und war von Anfang an überzeugt davon, dass sich diese durch ein weltweites Netzwerk von Wissenschaftlern überwinden lassen. Ich hatte die richtige Idee zur richtigen Zeit – und vor allem den Willen, sie umzusetzen.

Herr Dr. Madisch, vielen Dank für das Gespräch!

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