Die 10 goldenen Regeln der Pressemitteilung

Die 10 goldenen Regeln der Pressemitteilung

Die 10 goldenen Regeln der Pressemitteilung

© Tim Reckmann / pixelio.de
SO WECKEN SIE DIE AUFMERKSAMKEIT DER REDAKTEURE

95 Prozent aller Meldungen über neue Produkte, Dienstleistungen, Personalien und Unternehmensnachrichten landen im Papierkorb, lautet das Ergebnis der Online-Befragung „Presseinformationen 2013“ von Mount Barley Publishing. An der Umfrage nahmen 305 Journalisten teil. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wir haben eine kleine Umfrage unter Chefredakteuren gestartet, die zeigt, was sie an Pressemitteilungen am meisten ärgert. Dabei kann es relativ einfach sein, das Interesse der Redaktionen zu wecken. Die „Zehn goldenen Regeln der Pressemitteilung“ sollen den Zugang erleichtern, begleitet von den Kommentaren etablierter Redakteure.

DIE ZEHN GOLDENDEN REGELN:
  1. Legen Sie ein Thema fest. Platzieren Sie Ihre Kernbotschaft.
  2. Formulieren Sie Überschrift und Unterzeile und achten Sie auf einen knackigen Texteinstieg mit Ortsmarke und Datum.
  3. Bringen Sie Ihre Botschaft nachrichtlich über. Beantworten Sie dabei immer die vier W-Fragen:
    • Was ist geschehen?
    • Wer war beteiligt?
    • Wann ist es passiert?
    • Und wo hat es sich zugetragen?
  4. Stellen Sie die wichtigsten Informationen an den Anfang, weniger wichtige an den Schluss.
  5. Wählen Sie einen prägnanten, aussagestarken Stil und achten Sie auf die Rechtschreibung.

    Der verbale Weichspüler: „Der Geschäftsführer zeigte sich zuversichtlich, dass trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im kommenden Jahr wieder ein positiver Deckungsbeitrag erwirtschaftet und die Beschäftigung konstant gehalten werden könne.“ Wenn Sie nicht sicher sind, ob nächstes Jahr vielleicht wieder rote Zahlen anstehen und Stellen gestrichen werden, dann sagen Sie es auch. Dass es grad nicht rund läuft, wissen wir doch eh.“
    – Claus Gorgs, Stellvertretender Chefredakteur der Nordwest-Zeitung (NWZ)

  6. Schreiben Sie kurze Sätze mit maximal 15 Wörtern. Dabei gilt:
    • Schachtelsätze vermeiden. Punkt statt Komma
    • Fachchinesisch und Behördendeutsch vermeiden
    • Verben sind stärker als Substantive und Adjektive
    • Aktiv statt Passiv wählen; z.B. „Die Mitglieder des Ortsvereins wählten Karl Maier zum neuen Vorsitzenden“ statt „Karl Maier wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt“.
    • Unnötige und ausschmückende Adjektive weglassen
    • Füllwörter (eigentlich, irgendwie), Klischees (Spitze des Eisbergs) und Floskeln (Bild des Grauens) vermeiden

      „Nicht die Phrasen-Dreschmaschine anwerfen: ‚Landrat Übereifrig nannte die Äußerungen des Ministerpräsidenten einen wertvollen Beitrag zur Debatte über das Sinnlos-Gesetz und forderte die Bundesregierung auf, die Vorschläge vorbehaltlos zu unterstützen und schnellstmöglich umzusetzen.‘ Bitte nur dann etwas sagen, wenn es inhaltlich etwas zu sagen gibt. Wenn nicht, einfach mal nichts sagen.“
      – Claus Gorgs, Stellvertretender Chefredakteur der Nordwest-Zeitung (NWZ)

  7. Verwenden Sie Zahlen und Statistiken nur dann, wenn Vergleiche möglich sind.
  8. Zitate der handelnden Personen machen Texte lebendiger. Allerdings sollten nur Personen mit einer wichtigen Funktion zu Wort kommen.
  9. Benennen Sie unbedingt Ansprechpartner für Rückfragen.
  10. Stellen Sie einen Presseverteiler mit Kontakten derjenigen Redaktionen, Chefredakteure und Ressortleiter zusammen, für die Ihre Botschaft wirklich relevant ist und Nachrichtenwert hat.

    „Am meisten nervt an Pressemitteilungen, wenn sie an den größtmöglichen Weltverteiler gehen und größtmögliche Streuverluste verursachen – zum Beispiel mich. Da hilft nur der schnellstmögliche Klick auf den Spamfilter.“
    – Joachim Dreykluft, Chefredakteur Online Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag sh:z

    „Als Journalist gerät man ungefragt in Dutzende, oft Hunderte Presseverteiler von Unternehmen, die einen täglich beschießen wie Drohnenkrieger in Star Wars. Viele Pressemitteilungen werden scheinbar wahl- und ziellos verschickt. Statt zu schauen, für wen eine Pressemitteilung wirklich von Interesse sein könnte, scheint man nach dem Impressum zu gehen. Sobald man Ressortleiter ist, erhält man Pressemitteilungen wie Streubomben. Ich verbringe inzwischen gefühlt mehr Zeit damit, diese E-Mails ungelesen zu löschen, als sie zu lesen.“
    – Horst von Butlar, Chefredakteur Wirtschaftsmagazin Capital

Die schonungslosen Antworten der Entscheider in den Redaktionen bringen es auf den Punkt: Verschicken Sie an gut gepflegte und zielführende Presseverteiler eine Pressemitteilung, die einwandfrei und themenzentriert formuliert ist. Wenn Sie den Kern einer Story in zwei Sätzen erzählen können, schaffen Sie es, den Journalisten von Ihrer Botschaft zu überzeugen. Und letztlich in die Zeitung.

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