Die richtige Social Media Strategie: „Keine Kommunikation ohne Konzept!“

Die richtige Social Media Strategie: „Keine Kommunikation ohne Konzept!“

Die richtige Social Media Strategie: „Keine Kommunikation ohne Konzept!“

INTERVIEW MIT SOCIAL MEDIA EXPERTE SEBASTIAN NEUMANN, TEIL 1

Er bezeichnet sich als „Social Media Architekt“, ist zertifizierter Social Media Manager, Finanzblogger und Gründer des Social Media Netzwerks #SoMe: Sebastian Neumann weiß, worauf es in den sozialen Medien ankommt. Mit uns hat er darüber gesprochen, wie man darin erfolgreich agiert, welche Überlegungen vor der aktiven Nutzung angestellt werden sollten und wie das Social Web unsere Kommunikation verändert.

Frage: Du nennst dich auf XING „Social Media Architekt“. Was möchtest du damit aussagen? Und möchtest du dich bewusst von anderen Bezeichnungen wie „Social Media Manager“ abgrenzen?

Sebastian Neumann: Als Social Media Architekt werde ich konzeptionell und strategisch innerhalb von Social Media Projekten tätig. Für mich ist es wichtig, dass Social Media Aktivitäten auf einem soliden Fundament aufbauen, deswegen der Ausdruck „Architekt“. Eine strategische Herangehensweise bedeutet, sich als Unternehmen vor dem Einstieg in die sozialen Netzwerke zu überlegen: Welche konkreten Ziele verfolgen wir? Soll der Umsatz oder das Vertrauen in unsere Produkte gesteigert werden? Ist die Bekanntheit  unseres Unternehmens verbesserungswürdig? Wie ist unser Image im Markt? Daher betone ich immer wieder: Ohne Konzept und Strategie sollte nicht in Social Media investiert werden. Ein weiteres essentielles Problem: die Ungeduld vieler Unternehmer. Sie feuern immer wieder Schnellschüsse ab, ohne sich erst einmal hinzusetzen und ein grundlegendes Konzept zu entwerfen.

In der Buchhaltung eines Unternehmens gibt es eine Grundregel: „Keine Buchung ohne Beleg!“ und dasselbe gilt in der Kommunikation: „Keine Kommunikation ohne Konzept!“

Wieso hast du dich als Wirtschaftsjournalist auf das Thema Social Media spezialisiert?

Social Media verändern die Gesellschaft. Und das finde ich spannend. Alles fing damit an, dass Social Media Kanäle zu Verbreitung und Feedback genutzt wurden. Als technik-affiner Mensch finde ich es außerdem reizvoll zu beobachten, wie diese technischen Mittel die User unterstützen. Von diesen Veränderungen ist der Journalismus bereits jetzt stark beeinflusst. Es entstehen neue Formen wie der kollaborative Journalismus. Ein Beispiel dafür ist das Crowd Sourcing oder das vermehrte Einbeziehen der Leser in die Recherche. Die Veränderungen gelten auch für ganze Unternehmenskulturen. Heute gibt es nicht mehr nur lineare Führungsstrukturen, sondern vor allem vertikale. Künftig werden ganz andere Führungsqualitäten erforderlich sein.

Wie hast du dir Fachwissen angeeignet, um ein erstes Fundament zu diesem breiten und komplexen Themenbereich zu haben?

Ich bin seit 2003 nicht mehr offline gewesen. Anfang 2013 habe ich eine Weiterbildung per Fernlehrgang zum Social Media Manager gemacht. Ich absolviere aktuell ein berufsbegleitendes Masterstudium „Next Media“ am Lehrstuhl Informatik an der HAW in Hamburg. Ziel ist es, als Schnittstelle zwischen IT, Softwareentwicklung, Redaktionen und Verlagen zu vermitteln. Vor allem die voranschreitende Digitalisierung und die Transformation von ganzen Berufszweigen werden immer mehr Raum einnehmen und Unternehmen und Arbeitnehmer vor neue Herausforderungen stellen.

Seit August 2013 existiert die Plattform #SoMe, ein in Oldenburg gegründetes Social Media Netzwerk, das du aufgebaut hast. Was hat dich zu der Plattform inspiriert und welchen Gedanken verfolgst du damit?

#SoMe ist Kommunikation von Mensch zu Mensch. Das bedeutet, dass zwar Social Media oft technisch sind, aber dennoch der Mensch hinter den Online-Profilen im Mittelpunkt steht. Ich habe im Rahmen meines Fernlehrgangs zum Social Media Manager (SMM) viele hochqualifizierte Fachkräfte kennengelernt und hatte die Idee, diese frisch als SMM zertifizierten Experten bundesweit zu vernetzen. #SoMe verbindet Social Media Fachkräfte aus unterschiedlichen Disziplinen und bietet ihnen Orientierung – das war der dahinter liegende Gedanke. Wir geben unser Wissen gerne weiter und vernetzen uns immer dichter mit Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Behörden und der Politik.

Screenshot Hashtag-SoMe

Teil 2 des Interviews finden Sie hier.

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Sebastian Neumann hat fast zehn Jahre als Steuer- und Prüfungsassistent für große und mittelständische Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit den Schwerpunkten Gesundheits- und Stiftungswesen gearbeitet. 2011 kam er mit der Social Media Branche in Berührung und ließ sich 2013 als Social Media Manager zertifizieren. Derzeit absolviert er in Hamburg am Department Informatik der HAW den berufsbegleitenden Master „Next Media“. Ziel ist es, als Schnittstelle zwischen IT, Software-Entwicklung und allen anderen Unternehmensabteilungen zu fungieren. Als aktiver Social Media Nutzer ist er Initiator der bundesweiten #SoMe Branchen-Events und in der Szene stark vernetzt.

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15 Responses to Die richtige Social Media Strategie: „Keine Kommunikation ohne Konzept!“
  • Nicolas Scheidtweiler

    Schönes Interview. Ich kenne Sebastian schon länger und muss diese Denkweise bestätigen. Er setzt das auch in Taten um.

    • Sebastian Neumann

      Lieber Nico, danke für Dein nettes Feedback. Ich probiere immer, meinen Worten Taten folgen zu lassen.

      • Sebastian Neumann

        Danke, Andreas. Das Kompliment kann ich nur zurückgeben. SoMe ist keine Zauberei, sondern solides Handwerk und #SoMe macht deshalb so viel Laune, da ich mit vielen interessanten und motivierten Menschen arbeiten darf.

        Learning by burning 😉

  • Andreas Herzog

    Zu Sebastians Handlungsweise kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen: Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun – Sebastian ist als konzeptioneller Macher im SoMe-Universum unterwegs. Es macht Laune ihn dabei zu unterstützen.
    Weiter so!

  • Lauro Müller

    Hallo das sind Gute hilfreiche klare (wahre) Worte von dir Sebastian. Finde es toll wie du deine Kompetenz auch anderen zugute kommen lässt! Gerade weil viele Social Media Nutzer im Blindflug einiges falsch machen!

    • Sebastian Neumann

      Lieber Lauro, danke für Dein Lob. Ich hoffe, meine Ratschläge sind auch hilfreich und klare Worte fallen mir nicht schwer 😉

  • Volker Müller

    Ein sehr gutes Interview und die Aussagen von Herrn Neumann wirklich zu unterstreichen. Die Zeit der Experimente der Unternehmen mit und in Social Media Netzwerken sollte vorbei sein. Neben der klassischen externen Kommunikation hat sich Social Media Kommunikation zunehmend etabliert, die interne Kommunikation belebt und sollte gut geplant betrieben werden. Gerade durch die Verknüpfung der internen sowie externen Unternehmensbereiche, die Vielzahl der Schnittstellen sollte Social Media Kommunikation von Fachkräften ausgeführt werden.
    Die bundesweite Ausweitung der Social Media Stammtische kann als erste Anlaufstelle für Unternehmen dienen, um sich tiefgreifender zu informieren. Diese Stammtische sind so vielfältig zusammengesetzt, dass Sie selber als kleines Netzwerk mit kompetenten Kräften direkt vor Ort, an der Basis, agieren können.
    Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Social Media abbauen und die Neugier wecken, wie geht das denn genau….
    Die Idee, die Herr Neumann in so kurzer Zeit umgesetzt hat, ist gewachsen und die Botschaft ist ganz klar: Social Media Stammtische und das Netzwerk #SoMe stehen für Qualität und Fachkräfte.
    Täglich gibt es Neues aus Übersee, Themen, Tools, Möglichkeiten, Netzwerke – mit #SoMe werden diese gefiltert, ausprobiert und rezensiert. Dieses geht nur gemeinsam in einem großen Netzwerk – die Social Media Stammtische u.a. verrichten diese Arbeit. Persönlich freue ich mich immer, mit diesen Menschen auch in persönlichen Kontakt zu kommen.
    Gemeinsam in die Zukunft in einem großen Netzwerk: #SoMe

    • Sebastian Neumann

      Die Zeit der Experimente mit und in Social Media sollten tatsächlich vorbei sein! Ich denke, dass sich Qualität ohnehin durchsetzt.

      Unsere #SoMe Events tragen ihren Teil dazu bei, dass Professionalisierung im Bereich SoMe weiter entwickelt werden kann. Ich finde es immer wieder toll, viele Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten kennenzulernen und mit ihnen Projekte zu gestalten.

      Ich freue mich bereits auf unser kommendes #SoMeOL Treffen. Bis bald

  • Elke-Maria Rosenbusch

    „Keine Kommunikation ohne Konzept“ – super, weil höchst professionell! Kommunikation – auf welchem Kanal auch immer – braucht Strategie und ein aussagekräftiges Konzepte, um die Füße schon einmal in die Zukunft zu setzen.
    Ihre Bezeichnung als Social Media Architket gefällt mir ausnehmend gut, sie ist klug und aussagekräftig. Wie sollte ein Architekt ein Haus entwerfen ohne festes Fundament? Wie sollte Kommunikation gelingen können, wenn Sie keine durchdachte Basis hat? Ich freue mich auf Teil 2 des Interviews … danke.

    • Sebastian Neumann

      Liebe Frau Rosenbusch, vielen Dank für das Lob. Das weiß ich von Ihnen besonders zu schätze. Die Wortfindung „Social Media Architekt“ trifft meine Überzeugung ganz gut und ich freue mich, dass diese Ihnen gefällt. Erfolgreiche Social Media Arbeit resulsiert aus einem soliden Handwerk und einer handfesten Konzeption. Sonnige Grüße aus Oldenburg Sebastian Neumann

  • Kim

    Sehr geiles Interview – I Like! Genau so habe ich Sebastian kennen und schätzen gelernt. Rock’n’Roll 😉

  • J Michael Heynen

    Hallo lieber Sebastian Neumann,

    das ist nicht nur ein gutes Interview, es ist auch ein wichtiges! – Insbesondere Deine Antwort zu Frage 2 beweist Deine „Richtlinienkompetenz“. Ich wünsche, das wird angemessen wahrgenommen und mit sich weiter entwickelnder Unterstützung für Dich und #SoMe untermauert – das Fundament für den Social Media Architekten … 😉

    Denn es geht nicht nur um professionelle Kommunikation – solide und zielführend -, sondern um die aktuell mit der Social Media Nutzung einhergehende Gesellschaftsveränderung im Sinne „primär prägender Kommunikationssysteme“ und Interaktionsräume, kurz: um die Entwicklung wirklicher öffenlticher Meinung – und nicht nur veröffentlichter Meinung. Reale Teilhabe von Individuen und Gruppen in der gesellschaftlichen Willensbildung – genau darum geht es politisch, kulturell, ökonomisch.

    Unsere Unterstützung dafür hast Du!

    Beste Grüße

    J Michael Heynen, ExecDir CPC
    Communications Policy Center,
    Brussels

    • Sebastian Neumann

      Hallo Michael,

      der digitale Wandel eröffnet ökonomische und gesellschaftliche Chancen, die es nie vorher gegeben hat. Dieser ist unaufhaltsam und wird einfach vorüberziehen (Unverbesserliche glauben noch immer, dass der digitale Wandel, bald ein Ende hat).

      Die Erkenntnis, dass die IT-Industrie Teil der wohl bedeutendsten gesellschaftlichen Debatte sein muss, hat auch die Bundespolitik wahrgenommen. Nur leider hat es noch nicht für ein „Internet“ministerium gereicht.

      #SoMe wird sich an dem Diskurs mitbeteiligen und den digitalen Wandel mitgestalten. So viel darf ich jetzt schon verraten 😉
      Beste Grüße
      Sebastian

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