Die richtige Social Media Strategie: „Umsatz, Kosten, Reichweite“

Die richtige Social Media Strategie: „Umsatz, Kosten, Reichweite“

Die richtige Social Media Strategie: „Umsatz, Kosten, Reichweite“

INTERVIEW MIT SOCIAL MEDIA EXPERTE SEBASTIAN NEUMANN, TEIL 2

(Teil 1 finden Sie hier)


Frage:
Welche Fragen stellst du dir als allererstes, wenn du eine SoMe-Strategie ausarbeitest?

Sebastian Neumann: Eine Social Media Strategie steht für mich immer unter drei Prüfkriterien. Das Engagement muss vor allem mehr Umsatz generieren, Kosten senken und einen höheren Bekanntheitsgrad erzeugen. Mindestens eines dieser Kriterien muss erfüllt sein. Besser noch ist es, wenn das Engagement mehreren Kriterien auf einmal nachkommt.

Kannst du das genauer am Beispiel von #SoMe – das Social Media Netzwerk erklären, das du ins Leben gerufen hast?

Wichtig ist es zu wissen: Wer bin ich, was biete ich an, was ist mein Produkt, wer ist meine Zielgruppe und welchen Mehrwert biete ich meiner Zielgruppe? Wir erarbeiten deshalb gerade ein Kommunikationskonzept, damit wir unsere Aktivitäten besser planen und steuern können. Eine häufig gestellte Frage ist, was #SoMe eigentlich ausmacht. Was vereint alle regionalen Stammtische? Jeder einzelne Stammtisch ist einzigartig und lebt von der Aktivität der einzelnen Teilnehmer. Doch warum schließe ich mich einem bundesweiten Netzwerk an? Simon Sinek gibt hier eine erstklassige Antwort, indem er seinen selbst ernannten „The Golden Circle“ erläutert. In der Beschreibung wird deutlich, dass das „Was“ und das „Wie“ bei einer Markenbildung austauschbar sind. Entscheidend kommt es auf das „Warum“ an. Denn den Geistesblitz dazu gibt es oft nicht. Vielmehr ist es ein Prozess herauszufinden, was das „Warum“ ausmacht. Erst wenn ich es konkretisieren und formulieren kann, schließen sich die Social Media Aktivitäten an. Das bedeutet in Bezug auf #SoMe, dass die Performance-Verbesserung innerhalb eines jeden Teilnehmers durch unser Netzwerk entscheidend ist. #SoMe verbindet Menschen mit unterschiedlichen Fachkenntnissen. Dadurch werden die Qualität und die Anzahl der Expertenkontakte schnell erhöht. Jeder aktive Teilnehmer erhält einen exklusiven Wissensvorsprung.

Welche Maßnahmen, etwa Twitter, ergreifst du begleitend zur Plattform, damit sie im Web wahrgenommen wird?

Eine Plattform allein ist niemals der Königsweg. Viel mehr wird ein Maßnahmenmix benötigt. Jeder Social Media Kanal muss einzeln auf die jeweiligen Ziele hin überprüft werden.

Aktuell nutzen wir Twitter, Facebook, Xing und unsere Homepage, um auf uns aufmerksam zu machen. Künftig werden wir auch Google+ und tumblr für uns nutzen. Wir prüfen regelmäßig, ob wir die Ressourcen bereitstellen können, damit der einzelne Social Media Kanal konstant bespielt wird. Nur eine gewisse Kontinuität führt zum gewünschten Erfolg.

Hashtag-SoMe_TwitterWas sind für dich die größten Herausforderungen, die einem bei der Umsetzung eines Social Media-Projekts begegnen können?

Die Technik ist schnell erlernbar und spielt nicht die größte Rolle. Unternehmen konzentrieren sich viel zu häufig auf die Reichweite. Viel interessanter ist die Relevanz meiner Online-Inhalte – und diese sollten konstant veröffentlicht werden. Reichweite, Relevanz und Interaktion sind Schwerpunkte bei einem Community-Aufbau.

Was ändert sich durch die Möglichkeiten des Social Web in der Netzwerk-Bildung und im Dialog – mit Branchenkollegen, aber auch mit Kunden?

Vor allem online besteht die Möglichkeit, sich näher kennenzulernen und auszuprobieren, ob man gut zusammenarbeiten kann. Auf dieser Basis kann Vertrauen geschaffen werden, das notwendig ist, um Netzwerkbildung zu betreiben. Social Media verbinden Menschen und Unternehmen und steigern die Effektivität. Online-Aktivitäten sorgen für Markenbekanntheit und im weiteren Verlauf für Markenvertrauen. Es ermöglicht dem potentiellen Kunden bzw. Netzwerkpartner meine Online-Aktivitäten erst einmal zu beobachten, ohne gleich in Kontakt treten zu müssen. Erst wenn die Online-Auftritte überzeugen, beginnt der beidseitige Austausch.

Hierbei ist entscheidend, ob die Online-Präsenz meine Fähigkeiten, Erfahrungen und Aktivitäten authentisch wiedergibt. Nur dann ist eine erfolgreiche Vertrauensbildung möglich.

Ich bin gerne von Menschen mit unterschiedlichen Interessen umgeben. Viele meiner Unterstützer und Freunde kenne ich persönlich. Mir ist das persönliche Vernetzen wichtig und deshalb verwende ich so viel Technik wie möglich und so viel wie nötig, um Freiräume für persönliche Begegnungen zu haben.

Abschließend noch einmal auf deinen Ausdruck des Architekten angespielt: Was kannst du in den Social Media „bauen“, was offline nicht umzusetzen wäre?

Ich habe ein Social Intranet für die bessere interne Kommunikation „erbaut“. Die Online-Teilhabe ist zeit- und ortsunabhängig. Dies ist offline nicht in dem Umfang möglich. Damit hat #SoMe die Möglichkeit gewonnen, alle regionalen Stammtisch-Teilnehmer entsprechend Ihrer Fähigkeiten und Interessen besser zu integrieren. Das Wissen und die Entscheidungen sind transparent für alle. Vor allem werden unsere Entscheidungswege beschleunigt. Daraus ist bereits nach zwei Tagen Live-Schaltung konkret das #SoMe-Radio entstanden. Wir werden ab April 2014 mit einem Podcast-Format unsere Blog-Beiträge erweitern. Ich bin auf die Ergebnisse total gespannt.

Vielen Dank für das Gespräch!

___________________

Sebastian Neumann hat fast zehn Jahre als Steuer- und Prüfungsassistent für große und mittelständische Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit den Schwerpunkten Gesundheits- und Stiftungswesen gearbeitet. 2011 kam er mit der Social Media Branche in Berührung und ließ sich 2013 als Social Media Manager zertifizieren. Derzeit absolviert er in Hamburg am Department Informatik der HAW den berufsbegleitenden Master „Next Media“. Ziel ist es, als Schnittstelle zwischen IT, Software-Entwicklung und allen anderen Unternehmensabteilungen zu fungieren. Als aktiver Social Media Nutzer ist er Initiator der bundesweiten #SoMe Branchen-Events und in der Szene stark vernetzt.

Permalink

Verwandte Beiträge

3 Responses to Die richtige Social Media Strategie: „Umsatz, Kosten, Reichweite“
  • Volker Müller

    Auch Teil2 des Interviews ist überzeugend. Neue Wege in die Zukunft sind wichtig, müssen gut überlegt und noch besser geplant sein.
    Die Antworten von Herrn Neumann sind authentisch und spiegeln seine Kompetenz auf dem Gebiet sehr gut wider. Das geschaffene Netzwerk eröffnet viele Möglichkeiten nicht nur für Unternehmen. Alleine die Idee eines #SoMe Radios ist einfach klasse.
    Persönlich bin ich sehr gespannt, wie sich das alles weiter entwickelt und freue mich, aktiv an der Zukunft mitwirken ( #SoMeOL ) zu können. Herrn Neumann kenne ich seit der Veranstaltung „Green meets SoMe“ auch endlich persönlich.

    • Sebastian Neumann

      Lieber Volker,
      ich danke Dir für das sehr nette Kompliment. Mir machen die vielen Begegnungen mit Gleichgesinnten extrem viel Spass. Morgen sitzen wir wieder zusammen und konzipieren unseren Newsletter und das #SoMeRadio weiter. Bis bald.

      Get nerdy 😉

pingbacks / trackbacks on Die richtige Social Media Strategie: „Umsatz, Kosten, Reichweite“
  • Die richtige Social Media Strategie: “Keine Kommunikation ohne Konzept!” | MEDIAVANTI

    […] ← Vorherige Nächste → […]