Dialogmarketing: Warum es sinnvoll ist, mit dem Kunden zu kommunizieren

Dialogmarketing: Warum es sinnvoll ist, mit dem Kunden zu kommunizieren
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Dialogmarketing: Warum es sinnvoll ist, mit dem Kunden zu kommunizieren

Foto © www.JenaFoto24.de / pixelio.de

In unserer sich rapide wandelnden Informationsgesellschaft wäre es naiv oder sogar dreist zu behaupten, Interna würden nicht nach außen dringen. Unternehmen, Verbände und Parteien müssen nach und nach erkennen: Ohne Transparenz geht es heutzutage nicht mehr. Neben guten Inhalten hängt die erfolgreiche Umsetzung von Planungen, Projekten und Produkten eindeutig davon ab, wie das Vorhaben kommuniziert wird. Lange Zeit von den Entscheidern mit Skepsis und Argwohn betrachtet wird der offene Dialog zum Standard – inklusive kritischer Distanz zum eigenen Unternehmen.

PARADIGMENWECHSEL IM MARKETINGBEREICH: DIALOG TRITT IN DEN VORDERGRUND

„Im Marketingbereich findet gerade ein Paradigmenwechsel statt. Der Dialog tritt immer stärker in den Vordergrund“, sagt Dr. Heike Hölzner, Geschäftsführerin der Express Fonds Nordwest (EFNW) GmbH.
Das An-Institut der Universität Oldenburg beschäftigt sich mit Innovations- und Gründungsmanagement. Das Prinzip „One-to-many“ – also ein Sender, viele Empfänger – funktioniere kaum noch, so Hölzner, und werde von der „Many-to-many“-Kommunikation abgelöst. Die Diplom-Ökonomin war zuvor als Leiterin der Abteilung für Business Development in einem Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe tätig und dort für die Geschäftsmodellentwicklung in den Bereichen mobiles Internet & Apps, Cloud Computing sowie Social Media verantwortlich.

Mit dem Blick auf die Unternehmen im Nordwesten registriert Hölzner eher Zurückhaltung. „Firmen tun sich zum Teil schwer mit Dialogmarketing, weil sie befürchten, die Kontrolle zu verlieren. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen ist das zu beobachten“, sagt die Expertin für Organisationsentwicklung. „Auch deshalb ist Unternehmenskommunikation Chefsache.“ Andererseits kann darin auch das Problem liegen. Es gibt Firmenchefs, die Marketing eher mit bunten Bildern und Werbebriefen verbinden. Aber eindimensionale Werbemaßnahmen alleine reichen nicht aus, um eine Marke, ein Produkt oder eine Leistung erfolgreich am Markt zu positionieren. Ein zielgerichtetes, planvolles und vor allem ganzheitliches Vorgehen ist laut Heike Hölzner notwendig, um Marketing zum Wachstumstreiber werden zu lassen.

TRANSPARENZ ALS WICHTIGER BESTANDTEIL DES ERFOLGS

Screenshot_Ruegenwalder-MuehleDie Ernährungswirtschaft gilt als besonders sensible Branche. In Zeiten zahlloser Skandale ist Transparenz in der Wertschöpfungskette ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs. In einer Vielzahl von Verbraucherforen im Internet beschäftigen sich Anbieter und Nutzer leidenschaftlich mit Für und Wider von Produkten und Dienstleistungen. Zweifellos birgt dieser Dialog neben dem Risiko, Ziel der Kritik zu werden, Mehrwert für Unternehmen:

Stellt man es richtig an, wird der kritische Konsument zum Entwicklungspartner und liefert die sonst teure, aufwändige Marktforschung frei Haus.

Ein gutes Beispiel ist der Wurst- und Schinkenproduzent Rügenwalder Mühle, denn das Unternehmen zeigt Präsenz: „Telefonisch ist der Verbraucherservice montags bis freitags zwischen 8 und 12 Uhr erreichbar, darüber hinaus per Mail oder auf dem klassischen Postweg“, erklärt Marketingchef Godo Röben. „Für die Aktivitäten auf Facebook oder im Unternehmens-Blog läuft ein kontinuierliches Monitoring. Die Antworten werden so zeitnah wie möglich erstellt – in dringenden Fällen auch 24/7, also rund um die Uhr.“

VORREITER IN SACHEN MITARBEITER-BLOG: FROSTA

Zu den innovativen Unternehmen der Branche zählt auch Frosta, Produzent von Tiefkühlfertiggerichten aus Bremerhaven. Bereits im Jahr 2003 richtete das Unternehmen seine Marke neu aus und versah die Produkte mit einem eigenen Reinheitsgebot. Seither gibt Frosta den Kunden auf der Verpackung eine Garantie auf den vollständigen Verzicht auf Geschmacksverstärker, Farbstoffe sowie künstliche und natürliche Aromen. 2005 installierte das Unternehmen mit dem „Frosta Blog“ das erste Internet-Tagebuch der Mitarbeiter einer Lebensmittelmarke in Deutschland.

Effiziente Maßnahmen haben hier geholfen, den Kunden ins Vertrauen zu ziehen und zum Verbündeten zu machen. Letztlich müssen sich aber alle Unternehmen im Klaren sein: Im Dialogmarketing gibt es keine halben Sachen.

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