Social Media Monday 1: die Wahl der richtigen Plattform(en)

Social Media Monday 1: die Wahl der richtigen Plattform(en)

Social Media Monday 1: die Wahl der richtigen Plattform(en)

Welche Social Media-Plattform(en) soll ein Unternehmen bespielen?


Wenn wir Vorträge oder Seminare zum Einsatz von Social Media im Online-Marketing halten, dann fällt auf, dass sich die Teilnehmer immer wieder mit den gleichen Fragen konfrontiert sehen. In dieser Beitragsreihe zeigen wir Lösungswege für die häufigsten Probleme auf und beantworten gerne Ihre Fragen – zum Thema oder auch allgemein. Informationen finden Sie hier.

Dass die weite Welt des Social Web mit Facebook verwechselt wird, passiert tatsächlich immer noch: „Wir würden gerne mal was auf Facebook machen“, drückte es kürzlich ein potenzieller Kunde am Telefon aus. Sicherlich ist nachvollziehbar, dass der erste Gedanke zu Facebook geht – schlicht weil dort mit 1,39 Milliarden Usern die vermeintlich größte Reichweite zu generieren ist.

Allerdings: Zum einen erreicht ein Unternehmen über eine Fanpage längst nicht (mehr) die theoretisch mögliche User-Zahl. Von gerade einmal ein bis zwei Prozent gehen Experten aus. Zum anderen ist die Darstellung des Content eingeschränkt. Texte sollten möglichst knapp gehalten sein, Fotos werden nicht optimal dargestellt und erzielen im Schnitt nur eine geringe Reichweite. Ein Unternehmen, das seine Inhalte am besten mit Bildern vermitteln kann, wäre schlicht nicht gut beraten, all seine Bemühungen auf Facebook auszurichten.

Klar ist, dass jede Plattform eine unterschiedliche Ausrichtung mit dem Fokus auf andere Zielgruppen, Inhalte, Darstellungs- und Verbreitungsformen hat.

Schritt 1: „Channel follows content.“

Inhalte geben die Plattform vor. Diesen Leitsatz sollte ein Unternehmen beherzigen, wenn es sich in den Social Media bewegen möchte. Es sollte im ersten Schritt herausfinden, in welcher Form es seinen Content bestmöglich aufbereiten kann: etwa als Text, Bild, Video, Podcast oder Präsentation? Darauf folgt die Frage, welche Plattform(/en) das jeweilige Format optimal darstellt(/en).

Ein paar Beispiele: Sollen optisch reizvolle Produkte an die Zielgruppe junger, zahlungskräftiger Frauen herantragen werden, könnten Foto-Sharing-Plattformen wie Instagram und Pinterest die richtige Wahl sein. Ein Tourismusbüro lässt seine Ausflugs-Highlights auf flickr darstellen, ein Personalvermittler informiert potenzielle Kandidaten per Whatsapp über neue Stellenangebote, ein Spezialist für Unternehmensstrategie vermittelt seine Expertise via Slideshare.

Schritt 2: Zielgruppe abholen

Jetzt gilt es, die Zielgruppe auf die Inhalte zu lenken. Dazu holt man sie dort ab, wo sie sich aufhält. Hat beispielsweise ein Autohersteller einen Werbeclip zum neuen City-Flitzer auf seinen YouTube-Kanal gestellt, kann er die Aufmerksamkeit seiner urbanen, Lifestyle-orientierten Zielgruppe gut mit einem Post bei Facebook und/oder Twitter gewinnen. Oder will ein Unternehmen seine Kompetenz in einem Fachbereich mittels einer Präsentation auf Slideshare unterstreichen, verweist es über die Business-orientierten Plattformen Google+ und relevante XING-Gruppen darauf.

Bei allem Online-Denken sollte ein Unternehmen auch andere Marketing-Kanäle nicht vergessen. Warum nicht über einen QR-Code auf Plakat oder Flyer zum zugehörigen Werbefilm auf YouTube leiten? Warum nicht im Newsletter auf die Slideshare-Präsentation oder das neue E-Book hinweisen?

Fazit

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht, die richtigen Kanäle und Plattformen zu nutzen, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe auf den zu erzählenden Inhalt zu lenken.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Dann schreiben Sie uns über die Kommentarfunktion, unsere Social Media-Plattformen oder per Email.

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6 Responses to Social Media Monday 1: die Wahl der richtigen Plattform(en)
  • Christine

    Hallo Mareike, liebes Mediavanti-Team,

    vielen Dank für den tollen Blogeintrag und zur Superidee mit dem Sozial-Monday. Ich bin schon sehr gespannt, welche Fragen und Antworten heute hier noch auftauchen. Scheinbar bin ich ja die Erste 🙂

    Ich habe mal eine Frage zur Reaktionszeit bei Sozial Media. Bei Blogs oder zum Beispiel Fanseiten auf Facebook merke ich, dass es manchmal Stunden dauert, bis vom Seitenbetreiber eine Antwort kommt. Was für mich ein absolutes No-Go ist.

    Ich habe selbst eine Fanseite auf Facebook. Und einst auch einen Blog gehabt. Wenn ich neue Themen einstelle, dann bin ich die nächsten Stunden präsent, um reagieren zu können. Natürlich nicht durchgängig, aber ich habe ein Auge drauf, ob es Fragen gab oder ob ich irgendwie eingreifen muss.

    Als interessierter Leser und Kommentarschreiber ärgert es mich immer sehr, wenn stundenlang keine Reaktion kommt. Wie sehr ihr das? Was ist noch okay und was geht gar nicht?

    Viele Grüße
    Christine

    • Mediavanti
      Mediavanti

      Hallo Christine,
      vielen Dank für dein positives Feedback und deine Frage! (Die erste ist übrigens unter dem vorherigen Blogbeitrag eingegangen :))

      Grundsätzlich dürften wir uns alle einig sein: Im Social Web wird schnell kommuniziert und der Kunde bzw. User gibt den Takt vor. Je geringer die Reaktionszeit, desto mehr fühlt sich der User gehört, ernst genommen und desto höher dürfte das Unternehmen in seiner Wertschätzung steigen. Dabei helfen Monitoring-Tools, auf deren Dashboard viele Plattformen gleichzeitig angezeigt und bedient werden können. Als Selbstständiger oder Einzelunternehmer ohne Social Media-Team im Rücken oder große finanzielle Kapazitäten können Apps der jeweiligen Plattform die Reaktionszeit erhöhen – so kann er über sein Smartphone jederzeit den Überblick über das Geschehen behalten.

      Allerdings sollte die Geschwindigkeit nicht zu Lasten der Qualität gehen – muss das Social Media-Team zum Beispiel mit einer anderen Abteilung Rücksprache halten, um ein fachspezifisches Problem zu lösen, können je nach Informationsfluss durchaus einmal mehrere Stunden vergehen. Und nicht jedes Unternehmen kann seine Social Media-Aktivitäten nachts an ein Call Center am anderen Ende der Welt auslagern, also eine 24/7 Betreuung leisten.

      Der „Trick“ ist immer, mit dem User im Gespräch zu bleiben. Sollte eine Rückmeldung einmal länger dauern, dann sollte man ihn darüber informieren, am besten auch über den Grund. Ist dieser nachvollziehbar, wird der User in den meisten Fällen einsichtig und geduldig sein. Manche Unternehmen kommunizieren auch für die Social Media klar umgrenzte Öffnungszeiten.

      Generell sollten wir nicht vergessen, dass im Social Web Menschen miteinander reden. Hier ist Empathie gefragt. Wer seine Zielgruppe gut kennt, wird einschätzen können, wann eine Zeitspanne nicht mehr zumutbar ist. Ein Großkonzern wird eine eher unpersönliche Beziehung zum Kunden haben und dieser eventuell wenig gnädig sein, wenn er hingehalten wird. Ein kleiner Händler kann dagegen ein Vertrauensverhältnis zu seinem Kunden aufgebaut haben. Der wird sicherlich nachsichtiger sein, wenn mal eine Reaktion auf sich warten lässt.

      Zusammengefasst finde ich diese drei Aspekte wesentlich: eine gute (Unternehmens-)Struktur zur Betreuung der Aktivitäten, eine klare Kommunikation mit dem Kunden und Einfühlungsvermögen.

      Konnte ich deine Frage beantworten? Und teilst du meine Ansicht, dass du als „interessierter Leser und Kommentarschreiber“ nicht auf jeder Plattform die gleiche Reaktionszeit erwarten würdest?
      Beste Grüße,
      Mareike

  • Christine

    „Manche Unternehmen kommunizieren auch für die Social Media klar umgrenzte Öffnungszeiten.“

    Das finde ich ja mal eine richtig gute Idee 🙂

    Danke für deine Antwort, Mareike.

    Einen kurzer Zwischenbescheid, wenn es mal länger dauert, finde ich auch gut. Der Leser fühlt sich gleich ernst genommen. Man hat ja auf der anderen Seite des Bildschirms keine Ahnung, ob das eigene Anliegen überhaupt gelesen wurde. Schwierig wird es, wenn nach diesem „Ich mach mich schlau“ dann nichts mehr nachkommt.

    Mareike: „Und teilst du meine Ansicht, dass du als „interessierter Leser und Kommentarschreiber“ nicht auf jeder Plattform die gleiche Reaktionszeit erwarten würdest?“

    Gute Frage, da habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.

    Viele Grüße
    Christine

    • Mediavanti
      Mediavanti

      Hallo Christine,
      freut mich, wenn dir meine Antwort neuen Input gegeben hat!

      Dem Unternehmen darf natürlich eine Anfrage nicht durch die Lappen gehen, da hast du vollkommen Recht. Die Abteilung, in der die Social Media-Aktivitäten angesiedelt sind, sollte entsprechend gut strukturiert sein. Und auch möglichst gut vernetzt mit anderen Abteilungen. Nicht umsonst gibt es in großen, mittlerweile aber auch mittleren Unternehmen Social Media Manager, die genau dafür sorgen.

      Auf deine Antwort zu meiner Frage bin ich gespannt – auch wenn du dir dabei gerne noch Zeit lassen darfst 🙂

      Viele Grüße,
      Mareike

      • Christine

        Da antworte ich lieber gleich, weil ich weg muss 🙂

        Mareike: “Und teilst du meine Ansicht, dass du als „interessierter Leser und Kommentarschreiber“ nicht auf jeder Plattform die gleiche Reaktionszeit erwarten würdest?”

        Nein, ich würde die gleiche Reaktionszeit erwarten. Ich würde dies nicht nach Plattform unterscheiden, sondern nach dem, worum es in dem Blog, Fanpage, Forum etc geht und wie aktiv die Seite ist. Und auch wie groß die Firma ist (oder zu sein scheint), die dahinter steht. Bei einem Malermeister würde ich eine andere Reaktionszeit erwarten als bei einer Internetfirma.

        Und weg bin ich 🙂

        Viele Grüße
        Christine

        • Mediavanti
          Mediavanti

          Genau, das meinte ich auch: eine Erwartungshaltung abhängig vom Unternehmen, das die Plattform betreut, und von seiner Intention. Aber sicherlich auch, wie hoch das Unternehmen generell in der Gunst des Users steht.

          Danke für den schnellen Einschub!
          Viele Grüße,
          Mareike