Social Media Monday 3: wesentliche Vorüberlegungen treffen

Social Media Monday 3: wesentliche Vorüberlegungen treffen

Social Media Monday 3: wesentliche Vorüberlegungen treffen

Was sollte ein Unternehmen vor dem Einsatz der Social Media bedenken?


Wenn wir Vorträge oder Seminare zum Einsatz von Social Media im Online-Marketing halten, dann fällt auf, dass sich die Teilnehmer immer wieder mit den gleichen Fragen konfrontiert sehen. In dieser Beitragsreihe zeigen wir Lösungswege für die häufigsten Probleme auf und beantworten gerne Ihre Fragen – zum Thema oder auch allgemein. Informationen finden Sie hier.

DIE GRUNDSATZENTSCHEIDUNG

Bevor ein Unternehmen in den Social Media aktiv wird, sollte es sich klar machen: Wenn die Aktivitäten in den Social Media einmal gestartet sind, gibt es kein Zurück mehr – oder nur ein sehr beschwerliches. Immerhin geht es im Social Web darum, Beziehungen aufzubauen. Das heißt, dass hinter jedem User, der dem Unternehmen folgt, seine Inhalte liked, teilt, oder sich sogar mit eigenen einbringt, ein Mensch steckt. Die Beziehung zu ihm wird getrennt, wenn sich ein Unternehmen wieder aus den Social Media zurückzieht. Der Kontakt geht dann verloren. Und ein direkterer Kontakt ist in der Online-Welt kaum denkbar.

Außerdem sollte ein Unternehmen beachten, dass trotz allen Wunschdenkens die Social Media nicht gratis sind! Im Gegenteil: Viele Entscheider dürften überrascht sein, wie hoch die Kosten letztlich sein können – angefangen bei den personellen Ressourcen bis hin zu Know-how, Tools und Technik. Um nur ein Beispiel zu nennen: Ohne Content geht im Social Web nichts – es basiert auf Inhalten. Und je besser bzw. zielgruppenrelevanter diese sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie den User erreichen und ihn zu Interaktion anregen. Hochwertigen Content zu erstellen ist teuer. Dazu braucht es personelle Kapazitäten. Mitarbeiter müssen entweder geschult oder eingestellt werden, um Themen zu definieren und dazu Content zu produzieren. Je nachdem, wie aufwändig dieser hergestellt werden soll, kommen zu den personellen noch Produktionskosten hinzu.

Deutlich wird: Der Start will wohlüberlegt sein.

INITIALÜBERLEGUNGEN

Hat sich das Unternehmen für die Nutzung von Social Media entschieden, stehen grundsätzliche Überlegungen an. Welche Ziele will es mit ihrem Einsatz erreichen – eine Verbesserung des Image oder des Kundenservice, die Steigerung des Absatzes oder das Bilden eines Expertenstatus? Wie können soziale Medien schneller und besser als andere Marketing- und Kommunikationskanäle zum gewünschten Erfolg führen? Soll eine Marketing-Maßnahme ausschließlich in den Social Media stattfinden oder mit weiteren On- und Offline-Kanälen verknüpft sein? Mit den Antworten auf diese Fragen hängen wesentliche Entscheidungen zusammen.

OPERATIVE ÜBERLEGUNGEN

Auf die Initialüberlegungen zu den Zielen des Einsatzes folgen operative: Sind bereits personelle Kapazitäten und organisatorische Strukturen im Unternehmen vorhanden, um die Aktivitäten umzusetzen? In welcher Abteilung sollen sie angesiedelt werden und wie Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse ablaufen? Ist das (zusätzlich) notwendige Know-how bereits vorhanden, lässt es sich ins Unternehmen holen oder sollen die Arbeiten (teilweise) ausgelagert werden?

Mit dem Einsatz von Social Media ist eine ganze Informationsarchitektur verbunden. Um den „Kern“ – also dort, wo alle Aktivitäten zusammenlaufen – strickt sich je nach Größe des Unternehmens und/oder der Maßnahme ein ganzes System. Unternehmensinterne Synergien müssen geschaffen und dazu Abteilungen vernetzt werden, um zielführend Aktivitäten zu planen, umzusetzen und zu betreuen.

So wird sich beispielsweise der Social Media-Verantwortliche mit der Online-Marketing-Abteilung absprechen, wenn es um die Konzeption und Lancierung einer Social Media-Kampagne geht. Die einzelnen Schritte von der Planung über die Umsetzung bis zum Monitoring und begleitende Maßnahmen wie Google AdWords werden festgelegt, die technologischen Voraussetzungen geschaffen, Kosten kalkuliert. Je nach Thematik der Kampagne können Mitarbeiter aus einer bestimmten Abteilung wichtige Impulse für die Inhalte liefern oder sie gar erstellen. Die grafischen Arbeiten werden an eine Agentur ausgelagert. Die Pressestelle begleitet die Kampagne mit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, stellt Kontakte zu den Medien und zu Bloggern her und sichert so die Berichterstattung.

WANDEL DER UNTERNEHMENSKULTUR

Damit diese Informationsarchitektur funktioniert, ist wesentlich, dass die Mitarbeiter die Social Media-Aktivitäten im Unternehmen mittragen. Und zwar nicht nur, wenn Employer Branding das Ziel ist. Denn für gewöhnlich wird sich mit der Einführung sozialer Medien die Unternehmenskultur verändern, zum Teil entscheidend. Ihre Nutzung beeinflusst die Struktur, die Kommunikationsweise und die Wahrnehmung des Unternehmens nach innen und außen. Davon sind direkt oder indirekt alle Mitarbeiter betroffen. Change Management ist hier das Stichwort und legt die Basis für erfolgreiche Social Media-Aktivitäten.

Haben Sie Ergänzungen, Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Dann schreiben Sie uns über die Kommentarfunktion, unsere Social Media-Plattformen oder per Email.

Sie möchten über den Social Media Monday informiert bleiben und weitere Blogbeiträge zum Thema erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Blog.

Permalink

Verwandte Beiträge

4 Responses to Social Media Monday 3: wesentliche Vorüberlegungen treffen
  • Lindsey

    Es heißt hier „für gewöhnlich wird sich mit der Einführung sozialer Medien die Unternehmenskultur verändern“. Das glaube ich auch. Ich weiß aber nicht, wie die Chefs auf eine solche Veränderung reagieren. Sehen sie das positiv oder wollen sie das verhindern? Gibt es da Erfahrungen? Viele begegnen Veränderungen doch leider immer mit Vorbehalten.

    • Mediavanti
      Mediavanti

      Vielen Dank für die Anmerkung und Fragen!
      Unsere Erfahrungen bestätigen, was Sie schon vermuten: Soll im Unternehmen etwas eingeführt werden, das grundsätzliche Veränderungen nach sich zieht, muss man in manchen Fällen erst einmal Überzeugungsarbeit leisten. Veränderungen sind anstrengend. Ob ein neues Mailprogramm, ein neuer Produktionsprozess oder eine neue Kommunikationskultur eingeführt wird – immer ist ein Umdenken nötig. Darum ist essenziell, genau das zu tun: zu überzeugen.
      Worin liegt der Vorteil der Veränderung? Warum ist es so wichtig, dass alle daran mitwirken? Oftmals entscheidet sich ein Abteilungsleiter oder eben auch die Führungsriege für Social Media im Rahmen einer gesonderten (Marketing-)Maßnahme, realisiert sich aber nicht die langfristigen Konsequenzen für das Unternehmen. Dann ist der Social Media-Verantwortliche gefragt, Argumente vorzubringen, warum sich die Veränderung lohnt, selbst wenn sie einen nicht unerheblichen Ressourcenaufwand bedeutet.
      Gelingt es, dem Entscheider die Vorteile vor Augen zu führen, ist nicht selten er es, der sich beim Social Media-Team über die Fortschritte erkundigt und/oder voller Begeisterung selbst twittert.

      Beste Grüße,
      Mareike Lange

  • Bernd Stroettner

    Hallo Mediavanti, hallo Mareike Lange,
    zunächst einmal Dank für die Idee des SocialMedia-Mondays. Ich hoffe, Sie haben einen langen Atem, um diese Sache zu etablieren. Zu meiner Frage: SocialMedia dient dem Dialog zwischen Unternehmen und Kunden (kann ihm dienen), das versteht ich. Aber gibt es auch Auswertungen, ob das wie gewünscht funktioniert? Dialog ist ja zweiseitig. Klicken die Kunden nur „Gefällt mir“ und das war es dann? Das wäre kein Dialog für mich, dazu gehört mehr. Kommt tatsächlich inhaltlich wertvolle Resonanz? Ich habe bei uns (Wohnungsbau in Südniedersachsen) die Erfahrung gemacht, dass das zumindest bei Facebook nicht der Fall ist. Was kann man tun, damit Leute mehr werden als „nur“ Fans mit Daumen hoch?
    Dankeschön für Ihre Bemühungen
    Bernd Stroettner

    • Mediavanti
      Mediavanti

      Hallo Herr Stroettner,
      vielen Dank, dass Sie unsere SoMeMo-Aktion unterstützen, und Ihre Frage, die wir natürlich auch gerne am Social Media Tuesday beantworten 🙂

      Zum einen würde ich in den Social Media durchaus bereits ein „Gefällt mir“ als Teil des Dialogs werten; es ist ja eine Form der Kommunikation und reagiert auf einen Inhalt, in diesem Fall einen Post auf Facebook. Zum anderen kann ich bestätigen, dass die größte Herausforderung in den Social Media darin besteht, die Zielgruppe zu erreichen und zur Interaktion zu bewegen. Das liegt an der sogenannten 90-9-1 Regel von Jakob Nielsen: 90% der User konsumieren nur, 9% steuern ab und an etwas bei und nur 1% kreieren beteiligen sich aktiv, sorgen also für 90% der Inhalte. Es sollte also immer darum gehen, genau diesen einen Prozent für die eigenen Aktivitäten zu gewinnen.

      Damit der Dialog auf Ihrer Fanpage mehr Tiefe bekommt, Fans also Kommentare verfassen oder auch (nicht öffentlich sichtbar) Nachrichten an Ihr Unternehmen schreiben, sollten Sie vor allem eines tun: Ihre Zielgruppe (noch besser) kennenlernen. Werten Sie aus, welche Posts am meisten Resonanz erzeugt haben, und richten Sie Ihre Inhalte entsprechend aus. Stellen Sie gezielt Fragen, um Antworten anzuregen.
      Suchen Sie sich genau diejenigen User heraus, die am meisten Aktivität auf Ihrer Fanpage aufweisen – können Sie etwas über deren Interessen herausfinden? Falls diese User auch noch eine hohe Reichweite haben – warum sie nicht direkt ansprechen, in Ihr Unternehmen einladen und ein gemeinsames Brainstorming betreiben? Gewinnen Sie derartige Fürsprecher (der 1%, siehe oben) für sich! Allerdings sollten sie nicht zum Sprachrohr des Unternehmens werden, sondern authentisch im Social Web agieren. Und ihr Einsatz sollte wertgeschätzt werden, also eine Win-win-Situation für den User und das Unternehmen entstehen.
      Haben Sie sich auch schon einmal angesehen, was Ihre Konkurrenz auf Facebook treibt? Womit ist sie erfolgreich und kommt das für Ihr Unternehmen auch infrage? Eine Möglichkeit wäre, sich mit einem Branchenkollegen auszutauschen. Unserer Erfahrung nach besteht hier mehr Bereitschaft, als man zunächst annehmen würde.
      Unterstützend sollten Sie nicht auf begleitende Marketing-Maßnahmen verzichten. Insbesondere auf Facebook muss die Reichweite von Fanpages „erkauft“ werden. Sie sollten sich also ein Budget einplanen und gezielt Posts hervorheben und/oder über Kampagnen Aktivitäten der Fans anregen.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Anregung Ihrer Zielgruppe und helfen gerne, falls Sie weiteren Input benötigen!
      Beste Grüße,
      Mareike Lange