Über Kamelzüchter, Kaviarfischer und Kadetten

Interview mit der Fotografin Tamina-Florentine Zuch

Für die Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM) hat Mediavanti das Fotoprojekt #echtoldenburg konzipiert. Fotografen – einheimische wie auswärtige, Profis wie Amateure – sollten mit ihrer Kamera einfangen, wie sie Oldenburg sehen. Mit dabei: das Ausnahmetalent Tamina-Florentine Zuch. Die 28-Jährige wurde für ihre Arbeit bereits mehrfach – auch international – ausgezeichnet, unter anderem 2017 mit dem „stern Junge Fotografie“-Stipendium, und ist in der ganzen Welt herumgekommen. Wir haben sie interviewt und in ihr eine aufgeschlossene, reflektierte und sympathisch uneitle Gesprächspartnerin gefunden.

Tamina-Florentine Zuch stand uns Rede und Antwort

Frage: Tamina, was ist in den vergangenen zwei Jahre beruflich bei dir passiert?

Tamina-Florentine Zuch: Viel! Ich bin als blinde Passagierin mit dem Güterzug quer durch Amerika gereist und habe meine Eindrücke in einem Buch festgehalten. Vor Kurzem war ich in Russland mit der Korrespondentin Bettina Sengling, um mit ihr das Land vor der WM zu portraitieren. Unsere Reise verlief entlang der Wolga und hat uns unter anderem zu Kamelzüchtern, Kaviarfischern und ins Kloster geführt.

Waren die Menschen vor Ort dir aufgeschlossen gegenüber?

Zuch: Da wir uns nicht verständigen konnten, war die Kamera sozusagen unsere Sprache. Ich war überrascht, wir kritisch sie sich über Putin und seine Politik geäußert haben, sogar Kadetten, die ja an einer staatlich geförderten Schule lernen. Die Bevölkerung hat sich uns sehr offen gezeigt – wir sind bei Fischern auf ihren Kuttern mitgereist und haben bei russischen Heiden gewohnt.

Was ist dir wichtig beim Fotografieren?

Zuch: Als Fotograf sollte man sich selbst zurücknehmen und ehrlich sein in seiner Intention. Wenn ich so nahe dran bin, dass Menschen mir alles von sich zeigen, dann habe ich eine enorme Verantwortung. Sie sollten nie das Gefühl haben, ausgenutzt zu werden. Deshalb rate ich Fotografen, die in der Ausbildung sind, die Technik hintenanzustellen, sogar die Kamera erst einmal wegzulegen und sich ganz auf den Menschen einzulassen.

Du bist schon weit gereist und hast viele große Stationen hinter dir – warum hast du dich dafür entschieden, bei einem Fotoprojekt in Oldenburg teilzunehmen?

Zuch: Ich gebe zu: Am Anfang hatte ich Bedenken, dass es strenge Vorgaben geben würde. Dann hätte ich nicht mitgemacht. Aber es gab eine klare Offenheit für meinen Vorschlag. Das fand ich gut und habe zugesagt.

Kannst du die Stadt in Stichworten beschreiben?

Zuch: Gemütlich, freundlich, klein und vor allem zufrieden.

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Mareike Lange

Mareike Lange

Mareike Lange weiß als zertifizierte Social Media Managerin das Social Web als Marketing-Instrument einzusetzen und setzt als leitende Redakteurin Print- und Online-Projekte um.

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