Weihnachtliche Werbung der 1950er und 1960er

Noch etwas länger als die beiden anderen Ausstellungen, nämlich bis zum 9. Januar 2022, ist die Kabinettschau „Zwischen Kunst und Werbung: Weihnachtliche Ausstellungsplakate der 1950er und 1960er Jahre“ im Prinzenpalais Oldenburg zu sehen. Die Ausstellung stellt das chronologische Bindeglied zwischen den anderen beiden Expos des Plakatherbstes dar. So lassen sich die weihnachtlichen Plakate zeitlich zwischen der Ausstellung „Brandspuren“ und den aktuellen „100 besten Plakaten“ ansiedeln. 

„Der Oldenburger Plakatherbst bietet eine Zeitreise durch die Plakatkunst.“

– Dr. phil. Marcus Kenzler, Kurator der Kabinettausstellung.

Das Weihnachtsfest nach den Kriegsjahren

Die zu sehenden Plakate warben in den 1950er und 1960er Jahren für Weihnachtsschauen, Sonderausstellungen und das Kunsthandwerk. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg verfüge über einen riesigen Plakatfundus, der momentan erst richtig erschlossen werde, erklärt Kurator Dr. Marcus Kenzler. Gerade die gewählte Zeitspanne sei eine besondere Periode gewesen. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und das Wirtschaftswunder war auch eine entscheidende Entwicklungsperiode für die Kunst. Dadurch haben diese Plakate eine ganz eigene Aussagekraft. Die Aufbruchsstimmung in eine neue Ära spiegelt sich in den Plakaten der besagten Jahre wieder. Zu erkennen sei das in ihrer Farbigkeit, Schrift und Formensprache, so Kenzler weiter.

Plakat zur Weihnachtsschau des Kunsthandwerk Niedersachsen im Kunstverein Hannover

Die besondere Geschichte hinter der Ausstellung

Die Sammlung an Weihnachtsplakaten entstand hauptsächlich durch Zusendungen anderer Museen. Im Fundus des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg gerieten sie über die Jahre in Vergessenheit. Nach ihrer Wiederentdeckung wurde entschieden, dass die alten Stücke zu gut für den dunklen Museumskeller sind. Somit wird ihnen eine eigene Ausstellung zuteil. Sie zeigt die Bedeutung des Weihnachtsfestes für die Gesellschaft nach den Kriegsjahren und zeugt vom Aufbruch in eine neue Zeit für die Menschen und die Kunst. 

Plakate zwischen Kitsch und Moderne

Neben den traditionellen Plakaten mit Engelsbildern und den gängigen Weihnachtsmotiven sind auch abstrakte Darstellungen zu sehen, etwa eine Schneeflocke. Diese Motive dürften zur damaligen Zeit sehr modern und fortschrittlich gewesen sein. Diese geradlinigen und visionären Plakate reihen sich in der Kabinettschau neben eher kitschige und – wie der Kurator selbst sagt – „wohlig warme“ Stücke ein. 

Plakat Kasseler Kunstverein e.V. zur Weihnachtsausstellung (1957)

Ausgestellt sind auch einige Berühmtheiten der Plakatkunst, so wie Werke von Alfred Malhau. Die abstrahierten Schneeflockenbildnisse, die Teil der Schau sind, stammen von dem Designer des Logos einer berühmten Marzipanfirma aus Lübeck. Der Künstler ist vor allem bekannt für seine immer wiederkehrenden Motive, die er in diversen Farbgebungen stets aufs Neue interpretiert und präsentiert. 

Die Kunst steht im Vordergrund, nicht die Religion

Kurator Kenzler sagt: „Die Ausstellung hat weniger mit dem eigentlichen Thema von Weihnachten oder der ursprünglichen Herkunft des Festes zu tun. Sie finden darin auch keine religiösen Überzeugungen. Im Vordergrund steht die grafische Kunst und das Motiv Weihnachten stellt die schöne Rahmung dar.“ Zudem passt das Thema perfekt in die vorweihnachtliche Zeit des Plakatherbstes.

Weiterführende Informationen für Interessierte

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Prakti Mediavanti

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