Zeitungssterben: Am Schluss geht’s zu Ende

Zeitungssterben: Am Schluss geht’s zu Ende
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Zeitungssterben: Am Schluss geht’s zu Ende

© Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Frankfurter Rundschau – erledigt. FTD – vorbei. PRINZ – aus. Rheinischer Merkur – längst vergessen. Das momentane Print-Sterben hat auch eine persönliche Note: Ein bedeutender Teil meiner journalistischen Vergangenheit löst sich auf.

WAR DAS ABSEHBAR? JA!

Wer die momentane Selbstauflösung der Print-Presse betrachtet, darf dann irgendwann schon mal fragen: War das absehbar? Und wer ehrlich antwortet, wird in den meisten Fällen mehr oder weniger kleinlaut einräumen müssen: Ja! Ganskes PRINZ mit dem ewigen Rumgestolpere von dem einen zum gegenteiligen Konzept hätte besser schon vor zehn Jahren die Segel gestrichen. Stattdessen wurde ewig versucht, alles zu zerstören, was zuvor noch gut gewesen war. Die alte Mutter FR? Hat es gefühlte 50 Jahre nicht verstanden, sich im Hier und Heute zu positionieren. Der Merkur? Erinnert sich überhaupt noch jemand an das Blatt, das uns Schreubern noch richtigen Platz für Reportagen einräumte? Und nun die FTD.

KOMMEN DIE PERSPEKTIVEN ABHANDEN, WIRD DIE REISSLEINE GEZOGEN

Alles Blätter, für die ich mal verantwortlich oder als Autor tätig war. Ich schreibe jetzt lieber nicht, von wem sonst noch regelmäßig Honorarabrechnungen ins Haus flatterten. Nicht dass die Kolleginnen und Kollegen, die dort heute tätig sind, noch meinen, in mir den Schuldigen für die Misere ausfindig machen zu können. Deutlich wird: Am Schluss geht’s zu Ende. Wenn die Perspektiven abhanden kommen, vor allem die wirtschaftlichen, dann ziehen irgendwann die Kaufleute die Reißleine.

JOURNALISTISCHES KNOW-HOW IST ANDERS GEFRAGT

Und deutlich wird auch: Der Journalismus, wie wir ihn mal gelernt haben, ist tot. Aber das, was wir gelernt haben, lebt: die Recherche, die Exaktheit bei den Nachrichten, die Interviewtechnik, der Mut zur Meinung. Aber all das ist heute in anderen Zusammenhängen gefragt. Viele Entscheidungsträger in den Verlagen haben das viel zu lange verkannt. Viele Journalisten leider auch. Aber: Umdenken geht immer!

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